...könnte man meinen, denn der Warnemünder Leuchtturm wird auf aktuellen Filmplakaten des Martin Scorcese-Films "Shuttler Island" mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle gezeigt. In der
http://www.ostsee-zeitung.de/rostock/index_artikel_komplett.phtml?SID=d74dc0c9938596b44dc4194f1ba98d51¶m=news&id=2694728 berichtet Achim Treder folgendermaßen:
Keiner weiß, wie es kam, aber der Warnemünder Leuchtturm ist Teil des Plakates für einen neuen Thriller mit Leonardo DiCaprio.
Berlin (OZ) - Ein Motiv, an dem offenbar niemand vorbeikommt. Nach ungezählten Abbildungen auf Briefmarken, Münzen und Postkarten bekam der Warnemünder Leuchtturm jetzt zum international bedeutsamen Filmfestival „Berlinale“ den Ritterschlag durch Hollywood. Auf dem Filmplakat des amerikanischen Psycho-Thriller „Shutter Island“ mit Leonardo Di Caprio in der Hauptrolle wird die Insel, auf der die Geschichte spielt und auf der finstere Gefängnisverließe, umgeben von Stacheldraht, abgebildet sind, von einem schönen Gebäude dominiert — dem Warnemünder Leuchtturm.
Zuerst aufgefallen ist dieser Montage-Trick dem OZ-Leser Fabian Jaschke aus Neubiberg. „Die Identität des Warnemünder Leuchtturmes wird durch die Form, die Fenster, Gitter und den gesamten Aufbau belegt“, teilt er seine Entdeckung mit. „Es gibt für mich auch keinen Zweifel“, erklärt Dr. Andreas Buhse, der den Leuchtturm täglich vor Augen hat, weil er an dessen Fuße sein Schallplattengeschäft betreibt.
Auch Gerhard Lau, Vorsitzender des Warnemünder Leuchtturmvereines, hat nach erster Skepsis keine Zweifel mehr. „Ich habe mir meinen Ausdruck des Plakates aus dem Internet unter der Lupe angesehen“, berichtet er, nachdem er von der Entdeckung des OZ-Lesers erfuhr. Es könne durchaus sein, dass es sein Turm sei. Lau hat daraufhin Recherchen in seiner Sammlung von Leuchtturm-Abbildungen angestellt.
„Ich habe keinen gefunden, der unserem Turm ähnelt“, so sein Schluss.
Tatsächlich aber, so ergaben OZ-Recherchen, gibt es vor der Küste von Massachusetts, wo die Geschichte spielt und wo auch Dreharbeiten zu dem Film stattfanden, einen Leuchtturm, der dem Warnemünder in einigen Zügen sehr ähnlich ist. „Wenn die Filmemacher aber den Warnemünder Turm kannten, kann ihnen die Entscheidung nicht schwergefallen sein, ihn stattdessen zu nehmen“, so Lau.
Den Warnemünder Leuchtturm-Chef hat nach der Nachricht gestern auch gleich das Hollywood-Fieber gepackt. „Im Internet sind ja einige Trailer zu dem Film zu sehen“, berichtete er. „Ich habe sie mir gleich angeschaut. Unseren Turm habe ich dabei aber nicht entdeckt.“ Den Machern von Filmplakaten sind durchaus künstlerische Freiheiten gestattet. Illustrationen dürfen dabei von den tatsächlichen Filmkulissen abweichen. Das Material für die in Deutschland gefertigten Plakate zu „Shutter Island“ wird aber von den Amerikanern vorgegeben. „Wir haben von dort die Hauptbestandteile geliefert bekommen“, erklärt Georgia Totsidou von der in Deutschland zuständigen Agentur „Just Publicity“ aus München. Zu hinterfragen, wie Warnemünde nach Hollywood kam, sei ihr dieser Tage nicht möglich. „In Amerika haben alle mit dem Filmstart dort zu tun“, sagt sie. Dort laufe der Countdown dazu.
Gerhard Lau kann sich vorstellen, dass die Amerikaner durch eine Web-Cam vom Hotel nebenan auf den Turm aufmerksam wurden. „Auf N-TV wurden lange Zeit, als im Vorspann der Nachrichten Bilder aus aller Welt gezeigt wurden, auch Bilder vom Teepott und dem Leuchtturm gezeigt.“ Da müssen die Filmemacher sicher gestaunt haben, als sie ihren Turm vor Massachusetts entdeckt haben — nur eben viel, viel schöner, als sie ihn kannten.
Der Film „Shutter Island“ mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle handelt vom Geschehen in einem Spezialgefängnis für geistesgestörte Schwerverbrecher, das sich auf der gleichnamigen (fiktiven) Insel befindet. Der Leuchtturm auf der Insel ist Schauplatz medizinischer Experimente. Der Psycho-Thriller, der verspricht, ein Kassenschlager zu werden, hatte am 13. Februar auf dem Berliner Filmfestival „Berlinale“ seine Weltpremiere. Deutschlandweit soll der Film am 25. Februar in die Kinos kommen. Grundlage war der gleichnamige Roman von Dennis Lehane.